Bisher habe ich über Tage hinweg an einem kleinen Text gefeilt. Ein Auge war immer bei meiner inneren Stimme, dem Kritiker. Das soll anders werden. Ich versuche so zu schreiben, wie es eben kommt, inklusive der Schreibfehler.
Mein Publikum beschränkt sich so oder so auf die Gruppe der Glitch Creators & Supporters (GlitchCS).
In meinem Text Händigkeit habe ich bereits angedeutet, dass ich in der Grundschule mehr oder weniger sanft gezwungen wurde, mit der falschen Schreibhand zu arbeiten. Ich war zudem belastet, weil erst zum Zeitpunkt der Einschulung eine starke Sehschwäche festgestellt wurde. Der Augenarzt meinte damals, ich solle immer wieder die Brille absetzen und Pause machen. Das war offensichtlich zu viel und ich wurde oft krank. Dadurch kam ich beim Gesundheitsamt auf den Schirm. Bis heute ist mir nicht klar, welche Informationen zu deren Entscheidung führten, dass ich 12 Stunden mit völlig Fremden in eine 6-wöchige Kur fahren soll. Für mich ging die Welt unter ohne Mama und Papa. Die ersten Tage war ich nur am heulen und meckern. Als man immer einen Brief nach Hause schreiben sollte, zwang man mich auch dort mit rechts zu schreiben. Ich entwickelte dort diese Todessehnsucht. Man glaubt es zerreißt einen, weil man gleichzeitig implodiert und explodiert. Es kommt einem nichts in den Sinn, was diese Schmerzen beendet. Im Kern ist das die Depression.
Was noch im Paket von damals war: zwar ausgestattet mit der Persönlichkeit des Einzelgängers habe ich panische Angst vor dem alleine sein. Schon kleine Abschiede sind der Horror. Wenn mich also Leute in virtuellen Gemeinschaften ausgrenzen, warum auch immer, dann trifft mich das um ein vielfaches stärker.
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