Nach ein paar Wochen in der ersten Klasse der Grundschule sprach meine Lehrerin mit meinen Eltern. Sie sagte ihnen, dass ich das einzige Kind sei, welches eine Umschulung vom Links- zum Rechtsschreiben schaffen könne. Und sie sagte, dass das große Vorteile haben würde. Die meisten Eltern wären ebenfalls ziemlich stolz gewesen. Ich habe mich damals versucht zu wehren so gut es eben ging als Kind. Später hatte das Primär- und Sekundärfolgen, die Frau Dr. Sattler in ihrem Buch "der umgeschulte Linkshänder - der Knoten im Gehirn" beschreibt.
Meine komplette Schulzeit war ein einziger Kampf.
Im Alter von 50 beginne ich nun damit, zu lernen wie man lernt. Noch kann ich mit herkömmlicher Sprache nicht erklären, was diesen Knoten im Gehirn ausmacht. Er spielt meiner Meinung nach eine Rolle bei einer Art "Switching". In der BDSM Szene benutzt man diesen Begriff als Bezeichnung für jemanden, der nicht eindeutig Sadist und nicht eindeutig Masochist ist. Für mich bedeutet das, dass ich ständig anstoße, weil ich in Opposition gehe von den Leuten. Mitmenschen haben große Schwierigkeiten mich als Person zu verstehen. Mal wirke ich zu sachlich und dann wieder zu emotional. Meine Grenzen verschwimmen.
Inzwischen versuche ich diese Themen zu erforschen. Sie müssen dabei nicht helfen. Ein freundliches Wort hier und da wäre mir viel wert.
Kleine Geschichten aus meinem emotionalen Leben. Ich bin umgeschulter Linkshänder. Von meinen Mitmenschen wünsche ich mir mehr Toleranz - auch beim lesen.
Sonntag, 25. Januar 2026
Händigkeit
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