Sonntag, 25. Januar 2026

Schreiben zur Selbsthilfe

Aus heutiger Sicht gab es im Wesentlichen zwei oder drei größere Hindernisse, die mich vom Schreiben abhielten. Zum einen meine Tendenz bei Überforderung in melancholische Stimmungen zu verfallen. Zudem der Knoten im Gehirn durch die Umschulung der Schreibhand. Und es kam nie zu einem Üben der notwendigen Fertigkeiten.

Vor 15 Jahren verschlechterte sich meine gesundheitliche Situation nochmals gewaltig, im Vergleich zu dem, was bis dahin war. Eine Unterbringung in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft schien notwendig. Im Rahmen eines Konflikts in der WG schrieb ich einen verärgerten Brief an eine Mitbewohnerin. Dieser Brief wurde offensichtlich im Betreuer Team besprochen. Der Zivi meinte angeblich in diesem Gespräch, ich solle doch versuchen ein Buch zu schreiben. Als mir meine Bezugsperson davon erzählte, brachte das einen verschollenen Wunsch zum Vorschein. Ich fand sehr schade, dass die Firefly Serie von Joss Whedon nicht fortgesetzt wurde. Diese beiden Dinge verbanden sich zu der Idee, ich müsse das übernehmen.
Die folgenden Jahre waren sehr stark von Krankheit geprägt. Da war nichts zu leisten und erschaffen.

Als Mutter 2018 starb, hinterließ sie eine große Lücke. Sie war der einzige Mensch in meinem Umfeld, der zumindest ansatzweise sehen und verstehen konnte, wer ich bin. Ironischerweise begann nun in kleinen Schritten meine Heilung. Vor allem meine lichten Momente nahmen deutlich zu.

Vor ca. zwei Jahren hatte ich Glück bei einer Web-Recherche. Ich entdeckte das Buch "Schreiben zur Selbsthilfe" von Dr. Birgit Schreiber.
Immer wieder lese ich darin und finde Inspiration. Und die Frau Schreiber macht Mut! Endlich beginne ich kleinere Texte und Tagebuch Varianten zu erstellen. Und manchmal blitzt beim Lesen der eigenen Inhalte die Selbstliebe auf.

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