Viele Träume verschwinden bei näherer Betrachtung. Das soziale Umfeld und die Chemie der Leute muss ebenfalls passen für eine Erfüllbarkeit. In meinem Fall war ein inniger Wunsch, ein angesehener Informatiker zu sein. Das mag für die meisten Leserinnen und Leser trivial klingen. Doch ich blieb auf dem Gymnasium, entgegen dem Rat der meisten Lehrer. Ich wollte unbedingt die Zulassung für ein Informatik-Studium bekommen. Das hat mich aber total überfordert.
Erst nach dem Wehrdienst gab es ein erstes, kritisches Hinterfragen meiner Absichten. Doch damals war ich mitten in einer Depression. Ich dachte, ich muss meine ganzen Suchtstrukturen aufarbeiten und offenlegen. Ich dachte, ich muss gegen mich kämpfen. Von einem Studium war ich sehr weit entfernt.
Erst 30 Jahre später wird es langsam heller. Ich sehe, dass der eigentliche Wunsch mit Informatik nichts zu tun hat. Ich wollte so werden wie der Bekannte meines Vaters. Er ist einer der wenigen Menschen, die bei Vater hoch angesehen sind. Und so wie ich bin, so ist es eben nicht genug.
Vielleicht kann ich etwas über Astrophysik lernen. Möglicherweise steht in den Sternen, wie viel Zeit mir noch bleibt, um den Kurs meines chaotischen Lebens zu korrigieren.
Seit dem ersten Veröffentlichen dieser für mich neuen Gedanken habe ich beobachtet, dass mein Wunsch Informatiker zu werden eher noch stärker geworden ist. Im Moment herrscht wieder Verwirrung und mildes Chaos.
Kleine Geschichten aus meinem emotionalen Leben. Ich bin umgeschulter Linkshänder. Von meinen Mitmenschen wünsche ich mir mehr Toleranz - auch beim lesen.
Sonntag, 25. Januar 2026
Träume
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